Ostseeman - 5. Trainingslager 3er Teil...noch 3 Wochen ! - 18.07.2011

 

Montag:

Das letzte Wochenende steckt noch in den Knochen. Aber auch in der Birne. Zur körperlichen Erschöpfung kommt nun auch die mentale Müdigkeit. Besonders wenn solch´ verregneten Tage wie am Wochenende zusätzlicher Motivation bedürfen, sind schnell sämtliche Körner verbraucht.  Den ganzen Tag über schleppe ich mich ziellos von einer Ecke zur nächsten. Lege mich nochmal ins Bett, Magnetmatte auf Hochtouren und schaffe dann gegen Nachmittag einen langen Lauf. 23 Kilometer in 2:04 im 5:24 er Schnitt. Die zweite Hälfte in 5:15. Die Lust kommt beim Laufen, die Durststrecke scheint fürs Erste überwunden.

Dienstag:

Morgens aufs Rad und die Beine vom Wochenende und dem gestrigen Lauf etwas locker fahren. Nach 50 km komme ich wieder nach Hause, frühstücke Obst und Joghurt und verfeinere das Ganze mit Chia Saat. Gegen Mittag dann Schwimmen auf der original Strecke des Ostseemans´ in Glücksburg. Die Bojen erscheinen mir nicht ganz eindeutig, ist aber egal, will ja nur mal testen wie´s  so geht. Und es geht nicht gut: arschkalt (verzeihung), die Muskulatur verweigert sich und macht die ersten Kraulbewegungen zur echten Herausforderung. Ich schwimme rechts raus zur ersten Begrenzungsboje, den Wind und die Wellen hinter mir. Nach ´ner Weile geht´s denn auch. Aber dann....was ist das? Irgendwas berührt meine Beine, meine Hände greifen etwas Fremdartiges. Na klar, denke ich, und sehe nun auch was mir da in die Quere kommt: Quallen. DIE hatte ich ja gar nicht auf der Reihe. Hinter der ersten Boje wechsel ich die Richtung und paddel nun gegen den Wind und gegen die Wellen. Ich muß meinen Kopf leicht überdrehen, um nicht ständig Wasser zu schlucken. Bis zur nächsten Boje ist´s  ein langes Stück, und dann nochmal 500 meter zurück. Gut dass ich hier noch mal geschwommen bin. Lieber jetzt Ernüchterung als am Wettkampftag.

Kurz vorm Testschwimmen am Originalschauplatz in Glücksburg. Eiskaltes Wasser, Quallen und Wellengang. Bin offensichtlich etwas weich geworden vom ständigen Schwimmtraining im Freibad bei angenehmen 25 Grad und null Wellengang. Gut, dass ich mir das "echte Leben" vorher nochmal angeschaut habe.

Mittwoch:

 

Sonne ! Ein gutes Zeichen. Und auch die Lust aufs Training ist da. Also...worauf warte ich noch? Ich fahre 100 km in 3:20 Stunden und baue 5 mal 5 Minuten HIT-Einheiten ein (hoch intensiv). Ein gutes Gefühl. Nachmittags meldet Ollie sich und wir verabreden uns zu einem lockeren Läufchen. Es bleibt tatsächlich locker, 10 km im 5:40er Schnitt. Wir quatschen über dies und über das, und oh Wunder, auch mal nicht über Training, Triathlon und Wettkampf. Erholsam. Wir sind wohl beide an einem Punkt angelangt: es reicht. Es kann losgehen. Alles ist getan, alles ist gesagt.

Gegen Abend 1500m im Freibad. Dort treffe ich Andreas und Lars. Am Wochenende planen wir die letzte lange Einheit. Andreas teilt mir nochmal süffisant lächelnd  mit, dass er mir auf den letzten 100 Metern des Ostseeman auf den Hintern klatschen will und mit mir gemeinsam über die Ziellinie laufen möchte. Ich sage ihm, dass dies nicht ginge, da er ja dann noch ´ne Runde zu laufen hätte. Pubertierende Jungs mit ihren Holzschwertern rasselnd. Nervosität ?

Später hole ich mir zwecks Motivationsspritze die neue Ausgabe des  Triathlonmagazins. Wow, dieser Andreas Raelert ist mein sportliches Idol, ich gebe es zu. Auf seiner Facebook Seite findet man übrigens tolle Bilder von ihm während seines Einsatzes in Roth. Habe K.B. schon welche geschickt. Sie verzehrt sich geradezu nach ihm. Schluchz.

Eines der Fotos von der Raelert Facebook Seite. Am Wochenende startet sein Bruder Michael beim Ironman in Frankfurt. Ich werde dabei sein...per Live-Stream am Laptop.

 

Donnerstag:

Laufen: 15 km , mit 10 mal 200 m flott im Wettkampftempo. 200m Traben und zum Schluß 1000m im Schwellenbereich.

Radfahren: 42 Kilometer, 3 mal 10 Minuten Druck auf die Pedale. Am Ende knapp über 32er Schnitt.

Grundsätzlich will ich die Umfänge reduzieren, die Intensitäten allerdings aufrecht erhalten.

 

Freitag:

Um keine schlechte Laune zu kriegen, hier ganz kurz: mit Lars und Andreas dreieinhalb Stunden unterwegs. Regen und Sturm...von Anfang an.

Später noch 7 Kilometer flott...auch im Regen.

 

Sonnabend:

Regen, Regen,Regen und Sturm. Die Radschuhe sind noch nass, Ich schwimme etwas über 2000m im Bistensee.

Gegen Abend mit Ollie auf der Laufstrecke, locker und gut gelaunt.

 

Sonntag:

Zweieinhalb Stunden auf dem Rad und abends 10 mal 200m im Freibad.